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Sick-Building-Syndrom (SBS)

In den 70er Jahren wurde vermehrt über Befindlichkeitsstörungen und Krankheitssymptome von Gebäudenutzern berichtet, welche nach dem Verlassen des Gebäudes weitestgehend oder vollständig verschwanden. Diese Beschwerden werden unter dem Begriff "Sick-Building-Syndrom" zu-sammengefasst. Die Steigerung der SBS-Raten fiel zeitlich mit der Ener-giekrise zusammen, in deren Folge der Betrieb raumlufttechnische Anlagen zur Einsparung gedrosselt oder ganz abgeschaltet wurde.

Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde SBS 1983 wie folgt definiert: "Breites Symptomspektrum von Irritation der Augen der Nase und des Rachens, Trockenheitsgefühl seitens der Schleimhäute und der Haut, Erythem, mentale Müdigkeit, Kopfschmerzen, häufig Atemwegsinfektionen und Husten, Heiserkeit, Wheezing, Juckreiz und unspezifische Hypersensitivität, Übelkeit, Schwindelgefühl. Es wird ein temporäres SBS (Auftreten in neu erbauten und neu renovierten Gebäuden mit Abnahme der Symptomatik nach ca. ½ Jahr in den meisten Fällen) und ein permanentes SBS (über Jahre persistente und resistente Symptomatik) unterschieden."

Eine allgemein verbindliche Definition zum Begriff SBS liegt bis heute trotz intensiver Forschungen nicht vor. Kritik an dem Begriff SBS verband sich häufig mit dem Umstand, dass Ursachen innerhalb eines Gebäudes, die zu Gesundheitsbeschwerden führten, häufig nicht ermittelbar waren und vergleichbare Erkrankungen auch unabhängig vom SBS als so genannte Hintergrund-Prävalenz existieren. Dennoch gilt die Definition der WHO heute als gesichert.

Zu den wesentlichen chemischen Faktoren, die das Wohlbefinden in Innenräumen stören können, gehören Tabakrauch, Schwebstaub, anorganische Gase wie Kohlendioxid (CO2), Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffdioxid (NO2), eine Vielzahl flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) sowie biologische Schadstoffe wie Schimmelpilze, Bakterien und deren Bekämpfungsmittel wie Biozide.

Weitere Einflüsse wie physikalische Faktoren (niederfrequente Dauerschallpegel; Personen in raumklimatisch beheizten Gebäuden klagen signifikant häufiger über Störungen als in konventionell betriebenen) oder personengebundene und psychosoziale Faktoren wie Stress und Unzufriedenheit im Beruf sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Das US-amerikanische Institut für National Health ermittelte im Rahmen von 529 Untersuchungen Gebäudecharakteristika zum SBS. Als Ursachen für eine SBS-Symptomatik gelten hiernach:

  • unzureichende Lüftung 53%
  • Baumaterialien 4%
  • Luftkeime 5%
  • Außenluftverunreinigung 10%
  • Unbekannt 13%
  • Innenraumluftverunreinigung 15%



Im Rahmen einer Untersuchung in Norwegen konnte nachgewiesen werden, dass die finanziellen Mehraufwendungen für eine Steigerung des Innenraumluftqualitätsstandards, sorgfältige Materialauswahl, sorgfältige Durchführung der Bautätigkeiten sowie anschließende Reinigungsprozeduren, Wartungsprogramme etc. sich durch einen geringeren gebäudeassoziierten Krankenstand wirtschaftlich auszahlt. Eine Steigerung der Produktivität um 0,6% soll bereits höhere Bauinvestitionen decken.

Aufgabe des Sachverständigen ist, die von Menschen empfundene SBS-Symptomatiken auf konkrete Hintergründe und Ursachen zurückzuführen.

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